Das >neue< ELKG
Das Signet des neuen ELKG

Komm, Heilger Geist,
du bist die Kraft

Pfingsten

Betrachtung zu einem neuen Pfingstlied

Komm, Heilger Geist, du bist die Kraft

ELKG, Lied 489

„Komm, Heiliger Geist“, das ist eine zentrale Bitte der christlichen Kirche seit Jahrhunderten.

Die uns vertrauten alten Pfingstlieder aus unserem Gesangbuch wie „O Heilger Geist, kehr bei uns ein“ oder „Komm, o komm, du Geist des Lebens“ verleihen dieser Bitte Ausdruck. Sie beschreiben auf ihre Weise, welche Erfahrungen Christen machen, wenn Gottes Geist sie erfüllt und welche Hoffnung sie in das Wirken des Geistes Gottes setzen.
In nahezu allen Liedern gibt es einen konkreten Bezug zum wundersamen Geschehen, wie es uns die Apostelgeschichte 2 für den Pfingsttag schildert. Auch wir stehen staunend davor und können es nicht fassen:

Gottes Geist, der Heilige Geist, erfüllt die Erde, erfüllt die Menschen, er wirkt, er verändert, er macht neu!

Bereits Lukas nutzt bildhafte Beschrei­bungen und Allegorien, um uns das Pfingstgeschehen nahe zu bringen und uns zu öffnen für das Wirken des Heiligen Geistes.
Eines der ganz wenigen neueren Pfingstlieder nimmt - wie auch die o.g. Lieder - Gedanken und Begriffe der Apostelgeschichte auf: „Komm, Heiliger Geist, mit deiner Kraft“ (Cosi 121, EG 564, Anhang zum ELKG 761). Leider erhielten wir in der Gesangbuch­kommission keine Genehmigung zum Abdruck des Liedes mit einem leicht modifizierten Text. Dieses Lied aber mit seiner eingängigen mündlich überlieferten Melodie aus Israel sollte im neuen Gesang­buch - und da bestand Konsens - auf keinen Fall fehlen. Und so entstanden sechs neue Strophen samt Kehrvers in einer Neufassung, die Gedanken aus der vertrauten Fassung aufnimmt und vertieft.
Der zu Beginn, am Ende und nach jeweils zwei Strophen zu wiederholende Kehrvers betont, dass uns der Heilige Geist befreien kann, aus sorgenvoller Enge und lähmender Angst, dass er neues Leben ermöglicht, ein Leben in Weite, mit Jesus Christus und in Hinwendung zum Nächsten. In den sechs Strophen wird dieses entfaltet, mit uns vertrauten Bildern, in denen der Heilige Geist in einer inhaltlich gesteigerten Bilddynamik verglichen wird mit Licht (stilles Bild) und Feuer (aktives Bild) und in den Strophen 3 und 4 mit Hauch (stilles Bild) und Sturm (aktives Bild).
Deren Eigen­schaf­ten werden bildhaft in unser Leben übertragen und gefüllt mit der Bitte, dass und wie dies ganz konkret in unserem Glauben, Denken und Handeln Gestalt annehmen kann. Die Strophen 5 und 6 fassen die Bilder zusammen, runden ab und schließen mit der trostreichen Zuversicht, dass der Heilige Geist seine Kirche auch weiterhin baut, stärkt und trägt!

Ein gesegnetes Pfingstfest und viel Freude und Gewinn beim Singen und Musizieren dieses neuen Pfingstliedes!
Hans-Hermann Buyken



Gebet zu Pfingsten

Herr, unser treuer Gott, du hast den Heiligen Geist als Tröster ausgegossen über deine Kirche.

Wir bitten dich, dass er auch uns immer wieder neu deiner Gegenwart gewiss macht und uns die Kraft gibt, dir unbeirrt zu folgen.
Denn nur durch deinen Heiligen Geist können wir den Weg gehen, der ins ewige Leben führt.

Dir sei Lob und Dank.
Amen.