Das >neue< ELKG
Das Signet der SELK

Psalmensingen

Einführung zum Introitus

Das Beten und Singen der Psalmen gehört seit biblischen Zeiten zum jüdischen, später dann auch christlichen Gottesdienst dazu. Als Introitus begleitete der Psalm in der abendländischen Tradition den liturgischen Einzug des Klerus in das Gotteshaus. Heute dient er zur innerlichen Vorbereitung der Gemeinde auf den Gottesdienst. Der Psalm prägt den Eingangsteil unseres Gottesdienstes. Mit ihm pflegt die Gemeinde das biblische Beten.

Der Introitus wird durch eine Antiphon eröffnet und gerahmt. Hierzu stehen wahlweise eine umfangreiche Antiphon A und eine kurze Antiphon B zur Verfügung. Die Antiphon (Vorvers) wird von der Schola (liturgischer Chor) oder unter Beteiligung der Gemeinde ausgeführt. In der Antiphon ist ein Ausschnitt des Psalms oder ein freier Text vertont, der den Kerngedanken des Tages aufnimmt. Die Antiphon bedient sich dazu einer eigenen, die Aussage unterstreichenden Melodie. Sie legt den Psalmton des jeweils folgenden Psalms fest. Verwendung finden alle acht Psalmtöne. Sie folgen der Form des ursprünglichen romanischen Choralgesangs.

Der Gesang des Psalms im Introitus folgt der schon in frühen nachchristlichen Jahrhunderten anzutreffenden Form der versweisen wechselseitigen Ausführung. Aufgrund der Geschlossenheit des Gedankenreims sind den ausführenden Gruppen jeweils Ganzverse zugeordnet.

Aus Gründen der Lesbarkeit ist das Psalmtonmodell in zwei Systemen abgedruckt. Die jeweils erste Textzeile wird von der ersten, die jeweils zweite Textzeile von der zweiten Gruppe gesungen. Die folgenden Einrückungen geben den weiteren Wechsel der Gruppen an.

Ausgewählte Introiten können jeweils für mehrere kirchenjahreszeitlich zusammenhängende Sonntage verwendet werden. Hinweise auf die Auswahl erscheinen zu Beginn eines jeden Propriums.

Erklärung der verwendeten Zeichen

Gliederungszeichen

Gliederungszeichen sind das Komma ohne Atmen und drei Atempausen in zunehmender Länge. Der Doppelstrich bezeichnet einen Wechsel der Gruppen und dient als Schlusszeichen.

Rezitationston

Der Rezitationston ist Hauptträger des Psalmtextes.

Akzentnoten

Auf Akzentnoten werden betonte Silben in einer Kadenz gesungen. Vorausgehende Noten bereiten den Akzent vor.

Vertikale Striche

Auf Noten zwischen vertikalen Strichen werden bei Bedarf mehrere unbetonte Silben gesungen.

Unterstrich

Ein Unterstrich unter dem Vokal bezeichnet die Silbe, auf welcher der Rezitationston verlassen wird.

Eine Klammer fasst mehrere Silben unter einem Ton zusammen. Der Stern bezeichnet das Ende des ersten Halbverses.

Ist die letzte Silbe in einer zweiakzentigen Kadenz oder einer einakzentigen Schlusskadenz betont, tritt eine Akzentverschiebung auf den letzten Ton ein. Die vorausgehenden unbetonten Silben werden auf den vorhergehenden Ton gesungen.

Endbetonung

Liegt bei einer einakzentigen Mittelkadenz eine sprachliche Endbetonung vor, so endet der Halbvers auf der Akzentnote. Die letzte Note wird nicht gesungen.

Betonungszeichen

Drei Betonungszeichen in abnehmender Intensität sind das Episem (-) für unterstreichenden Nachdruck, der Kreis für natürliches Laut- und Sinngewicht und der Halbkreis über unbetonten Silben für behutsam anzudeutende Längung und Abfangen einer vorausgehenden Betonung.

Liegt bei einer einakzentigen Mittelkadenz eine sprachliche Endbetonung vor, so endet der Halbvers auf der Akzentnote. Die letzte Note wird nicht gesungen.

Kontakt

Kontaktmöglichkeit zur „Arbeitsgruppe Psalmen“ der Gesangbuchkommission der SELK:

Kantor Thomas Nickisch
Uelfestraße 15
42477 Radevormwald
Tel. 02195-931302
nickisch@selk.de